Wenn es wieder aufwärts geht
Es kostet viel Kraft, tagtäglich mit der Not und der Verzweiflung von Frauen und Familien konfrontiert zu sein, mit ihrer Angst, die Wohnung zu verlieren, mit der Tatsache, keine Heizung oder noch nicht einmal Lebensmittel zu haben.
Umso größer ist für die Mitarbeiterinnen der Beratungsstelle die Freude, wenn sie erleben, dass es für ihre Klientinnen wieder aufwärts geht!
Weil sie unerwartet schwanger wurde, musste Anna vor einigen Jahren ihre Ausbildung an einer Fachschule abbrechen. Ihr Freund wollte nicht mehr ihr Freund sein, wenn er gleichzeitig Vater werden sollte und verschwand aus ihrem Leben. Mehr als zwei Jahre kam Anna regelmäßig in die Beratungsstelle des Diözesanen Hilfsfonds, konnte sich aussprechen, sich Rat holen, nahm an einer Frauengruppe teil und erhielt ein wenig finanzielle Unterstützung für ihren Lebensunterhalt und viel Bekleidung für ihr Baby. Mittlerweile hat Anna ihre Ausbildung beendet und kann als fertige Krankenschwester alleine für sich und ihr Kind sorgen.
Joyce kam vor drei Jahren mit Down-Syndrom zur Welt. Die Eltern waren erst kurz vorher als Flüchtlinge nach Österreich gekommen. Das Leben ist manchmal sehr hart. In sehr kurzer Zeit und trotz der Behinderung des Kindes hat die Mutter Deutsch gelernt und bei der Caritas einen Kurs für Heimhelferinnen erfolgreich absolviert. Bildung ist ein wichtiger Faktor, um aus der Armutsspirale herauszukommen. Deswegen bietet der Hilfsfonds auch ein spezielles Kursprogramm an.
Die Sozialarbeiterin Angelika Miksits freut sich aber auch, wenn eine der Frauen, die sie durch eine Krise begleitet hat, so selbständig ist, dass sie sich als Eisverkäuferin den Lebensunterhalt verdient oder sie eine andere beim Supermarkt an der Kasse trifft. Manche kommen noch Jahre später auf sie zu und danken ihr für ihre Unterstützung. Angelika Miksits und ihre Kolleginnen brauchen auch weiterhin Spenden um helfen zu können, . bis es dann wieder aufwärts geht.
Ein Kind
In Deinen Armen liegt ein Kind,
so klein, so warm und süß,
mit Augen, die vollkommen sind;
jeder Blick das Paradies.
Doch kleine Augen lernen sehen,
was Du tust und wer Du bist;
kleines Köpfchen wird verstehen,
was Wahrheit und was Lüge ist.
Kleine Hände lernen greifen,
erst nach Dir, dann nach dem Leben,
die Gedanken werden reifen,
Dir noch manches Rätsel geben.
Kleine Füße lernen gehen,
gehen durch die offne Tür;
halt sie nicht und Du wirst sehen,
sie kommen gern zurück zu Dir.
Hände
Es sagte einmal die kleine Hand zur großen Hand:Und es sagte die große Hand zur kleinen Hand:
Du kleine Hand, ich brauche dich.
Das spüre ich, weil ich für dich sorgen darf,
weil ich mit dir spielen und lachen kann,
weil ich mit dir wunderbare Dinge entdecken kann,
weil ich deine Wärme fühle und dich lieb habe,
weil du ein Teil von mir bist.
Ich bitte dich, bleib in meiner Nähe und halte mich.
Denn wir können die Kinder nach unserem Sinne nicht formen.
So wie Gott sie uns gab, so muss man sie haben und lieben.
Sie erziehen uns aufs beste und jeglichen lassen gewähren,
denn der eine hat die, die anderen andere Gaben.
(Johann Wolfgang von Goethe)
Mutter
Mutter gab mir ihre Hand,
Führte mich durchs weite Land,
Herrlich war der Gang mit ihr,
War auch stets so lieb zu mir.
Mutter sprach das weise Wort
Her und dort, an jedem Ort.
Und als Kind, ich traute ihr,
Dankbar bin ich ihr noch hier.
Mutter lebte auch für mich,
Bis sie aus dem Leben wich.
Doch im Sinne trag ich sie
Allezeit, vergess sie nie.